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Technologieeinführungen

LIN Einführung

LIN (Local Interconnect Network) ist ein preisgünstiges serielles Kommunikationssystem, das speziell für die Vernetzung von einfachen elektronischen Baugruppen im Automobil entwickelt wurde. Hierbei wird LIN vor allem in Bereichen eingesetzt wo einfache Sensoren und Aktoren zu vernetzen sind, die Leistungsfähigkeit von CAN (Controller Area Network) jedoch nicht benötigt wird.
Im Allgemeinen werden die mit LIN vernetzten Sub-Systeme (z. B. Türen, Sitze, Lenkrad) an übergeordnete CAN-basierende Netzwerke (Body, Chassis) angeschlossen. Hierdurch ergibt sich ein einfacher Zugang für CAN-basierende Diagnose- und Servicetools. Durch den Einsatz von LIN wird die große Vielfalt von low-end Kommunikationsprotokollen reduziert, wodurch Entwicklungs-, Produktions- und Servicekosten gesenkt werden.

Die Technik

LIN ist ein serielles Single-Wire Kommunikationsprotokoll, basierend auf dem standard SCI-Interface (UART). Der Zugriff auf den LIN-Bus wird durch einen Master gesteuert, wodurch eine maximale Latenzzeit garantiert werden kann.
Ein besonderes Merkmal von LIN ist die Synchronisation der Slave-Geräte über den Bus, wodurch die Realisierung von preisgünstigen Knoten mit einfachen Schwingkreisen ermöglicht wird. Die Datenübertragung erfolgt mittels einer 12 V Single-Wire Leitung mit einer maximalen Übertragungsrate von 20 kBit/s.
Ein typisches LIN-System hat bis zu 16 Teilnehmer, bedingt durch die geringe Anzahl an Identifiern (64) sowie die relativ niedrige Bitrate. Die Taktsynchronisation, die einfache UART-Kommunikation sowie das Single-Wire-Medium bestimmen maßgeblich die geringen Kosten eines LIN-Systems.

LIN Nachrichtenformat

Die Übertragung eines LIN-Telegramms beginnt mit einem vom Master gesendeten 13 Bit langen dominanten Pegel (Sync Break), welcher zur Erkennung des Rahmenanfangs verwendet wird. Im Anschluss sendet der Master ein Sync Field (wechselnde 1-0 Folgen), dieses kann von den Slave-Knoten zur Taktsynchronisation verwendet werden.
Nach dem Sync Field wird vom Master der Identifier gesendet. Dieser besteht aus einer 6 Bit langen Nachrichten-ID und einer 2 Bit langen Parity-Information. Die Nachrichten-ID enthält neben der ID eine optionale Nachrichtenlängen-Information (2, 4 oder 8 Datenbytes). Der Slave, welcher über die Nachrichten-ID angesprochen wird, versendet nun seine Datenbytes (1-8 Datenbytes) gefolgt von einer Checksumme. Hierbei wird nach classic checksum (nach Protokollversion 1.3) und enhanced checksum (nach Protokollversion 2.0) unterschieden.

LIN Telegramm
LIN Telegramm



Event-Triggered Frame

Mit der LIN-Spezifikation 2.0 wird zum Standard-Frame (unconditional frame) ein ereignisgetriggerter Frame spezifiziert. Hierfür werden im Netzwerk ein oder mehrere Frame-IDs als Event-Triggered definiert. Wird dieser Frame vom Master angefordert, dann schaltet derjenige Slave Daten auf bei dem das Ereignis aufgetreten ist. Im ersten Datenbyte des Frames ist hierbei der Frame-ID eines weiteren, dieser Information zugeordneten, Standard-Frames angegeben. Sollte es bei Event-Triggered-Frames zu Kollisionen kommen oder sollte ein solcher Frame nicht erkannt werden, dann werden die Informationen über Standard-Frames zu einem späteren Zeitpunkt einzeln übertragen.

LIN-Produkte und -Dienstleistungen

IXXAT bietet sowohl Produkte als auch Dienstleistungen für LIN an. Unser leistungsfähiges LIN-to-CAN Gateway LIN2CAN ermöglicht die Emulation von LIN-Slave- als auch Master/Slave-Geräten und kann darüber hinaus als PC-Interface zur Analyse von LIN-Systemen eingesetzt werden. Das USB-to-CAN II Interface stellt in der Automotive-Variante eine LIN-Schnittstelle zur Verfügung und kann als Plattform für die zeitsynchrone Analyse von LIN- und CAN-Bussen eingesetzt werden.
Als erfahrener und kompetenter Entwicklungspartner bietet IXXAT auch die kundenspezifische Entwicklung von Hardware und Software für LIN an und implementiert LIN-Schnittstellen sowie Protokolle in Kundensysteme.

Weitere Informationen zu LIN

Weitere Informationen zu LIN finden Sie auf der offiziellen LIN-Webseite unter www.lin-subbus.org oder in unserem Artikel "Testen von LIN-Systemen".