EtherNet/IP ist einer von drei offenen Netzwerkstandards (DeviceNetTM, ControlNetTM und EtherNet/IPTM), die alle eine gemeinsame Applikationsschicht nutzen, das "Common Industrial Protocol" (CIPTM). Diese gemeinsame Applikationsschicht sowie offene Software- und Hardware-Schnittstellen ermöglichen die durchgängige Verbindung von Automatisierungskomponenten von der Feldebene über die Steuerungsebene bis zur Leitebene.
Die CIP Netzwerk Familie ist spezifiziert und veröffentlicht durch die ODVA (Open DeviceNet Vendor Association - http://www.odva.org
) und CI (ControlNet International - http://www.controlnet.org
).
Kommunikation und Applikation werden beim Common Industrial Protocol im Objektemodell abgebildet. Vordefinierte Objekte erleichtern den Austausch von Daten unterschiedlicher Geräte und Hersteller. Durch die Bildung von verschiedenen Geräteprofilen wurde eine weitere Vereinheitlichung zum Nutzen der Anwender erreicht.
CIP ist ein verbindungsorientiertes Protokoll. Es definiert den Austausch von I/O Daten über I/O Nachrichten (I/O Messaging oder Implicit Messaging) sowie den Austausch von allgemeinen Daten für Konfiguration, Diagnose und Management über explizite Nachrichten (Explicit Messaging). CIP stellt dem Anwender damit 4 wesentliche Funktionalitäten zur Verfügung:
- Einheitliches Objektemodell zur Abbildung der Applikation
- Einheitliches Kommunikationsmodell zum Austausch von Daten im Netzwerk
- Einheitliche Konfigurationsmethoden
- Einheitliche Geräteprofile

Die EtherNet/IP Spezifikation definiert neben den Schichten 4 und 3 (Encapsulation Protocol und Verwendung von TCP/IP) und Schicht 2 (Verwendung von Ethernet nach IEEE 802.3) außerdem noch Schicht 1 und 0 (Physical Layer und Transmission Media). Damit ist auch die physikalische Anbindung von EtherNet/IP-Knoten klar geregelt. Stecker, Kabeltypen und Kabellängen sind ebenso spezifiziert wie kommunikationsbezogene Anzeigen, Bedienelemente und die dazugehörige Beschriftung des Gehäuses.

EtherNet/IP unterstützt Datenraten von 10 Mbit/s und 100 Mbit/s. Üblicherweise wird eine sternförmige Topologie unter Verwendung geeigneter (Managed) Switches aufgebaut. Die Anzahl der Geräte in einem EtherNet/IP Netzwerk ist nur von dem zur Verfügung stehende IP-Adressraum abhängig.
Im Gegensatz zu DeviceNet ist bei EtherNet/IP eine Spannungsversorgung über das Netzwerk bislang nicht spezifiziert.
Haupteinsatzgebiet von EtherNet/IP ist die neben der Fabrikautomatisierung mit Komponenten wie I/O-Modulen, Ventilen, Drehgebern, Antrieben und Steuerungen (SPS) auch die Vernetzung der Steuerungsebene und die Anbindung an die Leitebene. Innerhalb der CIP Netzwerk Familie deckt EtherNet/IP damit die Applikationen ab, bei denen mittlere bis große Datenmengen mit mittleren Zykluszeiten (10 ms bis 500 ms und darüberhinaus) übertragen werden sollen.
