DeviceNet ist einer von drei offenen Netzwerkstandards (DeviceNetTM, ControlNetTM und EtherNet/IPTM), die alle eine gemeinsame Applikationsschicht nutzen, das "Common Industrial Protocol" (CIPTM). Diese gemeinsame Applikationsschicht sowie offene Software- und Hardware-Schnittstellen ermöglichen die durchgängige Verbindung von Automatisierungskomponenten von der Feldebene über die Steuerungsebene bis zur Leitebene.
Die CIP Netzwerk Familie ist spezifiziert und veröffentlicht durch die ODVA (Open DeviceNet Vendor Association - http://www.odva.org
) und CI (ControlNet International - http://www.controlnet.org
).
Kommunikation und Applikation werden beim Common Industrial Protocol im Objektemodell abgebildet. Vordefinierte Objekte erleichtern den Austausch von Daten unterschiedlicher Geräte und Hersteller. Durch die Bildung von verschiedenen Geräteprofilen wurde eine weitere Vereinheitlichung zum Nutzen der Anwender erreicht.
CIP ist ein verbindungsorientiertes Protokoll. Es definiert den Austausch von I/O Daten über I/O Nachrichten (I/O Messaging oder Implicit Messaging) sowie den Austausch von allgemeinen Daten für Konfiguration, Diagnose und Management über explizite Nachrichten (Explicit Messaging). CIP stellt dem Anwender damit 4 wesentliche Funktionalitäten zur Verfügung:
- Einheitliches Objektemodell zur Abbildung der Applikation
- Einheitliches Kommunikationsmodell zum Austausch von Daten im Netzwerk
- Einheitliche Konfigurationsmethoden
- Einheitliche Geräteprofile

Die DeviceNet Spezifikation definiert neben den Schichten 4 und 3 (DeviceNet Transport) und Schicht 2 (Verwendung von CAN) außerdem noch Schicht 1 und 0 (Physical Layer und Transmission Media). Damit ist auch die physikalische Anbindung von DeviceNet-Knoten klar geregelt. Stecker, Kabeltypen und Kabellängen sind ebenso spezifiziert wie kommunikationsbezogene Anzeigen, Bedienelemente und die dazugehörige Beschriftung des Gehäuses.
In einem DeviceNet Netzwerk können bis zu 64 Geräte mit Datenraten von 125, 250 oder 500 kBaud betrieben. Die maximale Ausdehnung eines DeviceNet Netzwerkes beträgt bis zu 500 m (bei 125 kBaud und Verwendung entsprechend hochwertiger Kabel). Die Geräte können entweder über das DeviceNet Netzwerk (nominal 24 V) versorgt werden oder eine eigene Stromversorgung besitzen.

Haupteinsatzgebiet von DeviceNet ist die Fabrikautomation mit Komponenten wie I/O-Modulen, Ventilen, Drehgebern, Antrieben und Steuerungen (SPS). Innerhalb der CIP Netzwerk Familie deckt DeviceNet damit einen großen Teil der Applikationen ab, bei denen geringe bis mittlere Datenmengen mit kurzen bis mittleren Zykluszeiten (1 ms bis 500 ms) übertragen werden sollen.
Der Aufbau klassischer Master/Slave Applikationen wird durch das Predefined Master/Slave Connection Set unterstützt.
Für komplexere Slave-Geräte sowie die Anwendung in Peer-to-Peer Netzwerken wurde der Unconnected Message Manager Port (UCMM) sowie die dynamische Einrichtung von Verbindungen für expliziten Nachrichten und I/O Nachrichten spezifiziert.
