Fachartikel zur FlexRay-Restbussimulation
Im Folgenden werden Möglichkeiten und Vorteile der von der BMW Group und IXXAT gemeinsam entwickelten, echtzeitfähigen Restbussimulation für FlexRay (RBS) vorgestellt und beispielhaft einige Anwendungen der RBS bei der BMW Group aufgezeigt.
Prinzip und Aufbau der Restbus Simulation
Bei der Entwicklung von Steuergeräten (ECUs), welche über ein Kommunikationsnetzwerk verbunden werden, spielt die RBS eine wichtige Rolle. Mittels einer RBS wird die notwendige bis vollständige Kommunikation von (noch) nicht vorhandenen ECUs kostengünstig simuliert.
Die Möglichkeiten der RBS werden auch bei der Teil- und Gesamtsystemintegration eines Kfz-Netzwerks genutzt. Hierbei wird die Kommunikation des noch nicht verfügbaren Netzwerks an der Schnittstelle zum bereits vorhandenen Netzwerk über eine oder mehrere RBSen nachgebildet.
Abhängig vom Entwicklungsstadium ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der RBS. Während in einer frühen Entwicklungsphase oft nur das prinzipielle Zusammenwirken einer ECU mit dem Rest des Netzwerks von Interesse ist, wird in den späteren Entwicklungsschritten immer mehr die komplette Funktionsfähigkeit des Netzwerkes gefordert. Modellrechnungen in begrenztem Umfang (z.B. PID-Regler, Kennlinie, Fehlerinjektion) kann eine RBS selbst durchführen. Für rechenintensive Simulationen (z.B. Umgebungsmodell) ist die Kopplung mit z.B. einem Hardware-in-the-Loop-System (HiL-System) erforderlich.
Die von der BMW Group und IXXAT entwickelte RBS ist echtzeitfähig, sie basiert auf einem Standard-PC und einem Embedded-System mit FlexRay-Interface von IXXAT (FlexRay CCM). Auf dem Standard-PC laufen die zeitunkritischen Prozesse (Konfiguration, Überwachung, Bedienung/Steuerung usw.), auf dem FlexRay CCM hingegen die zeitkritischen Prozesse (Frame-Befüllung, Alive-Signale, CRCs, Tests usw.).
